Zielsetzungen des Modells „Verlässliche Kooperation“

In Baden-Württemberg besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass außerschulische Bildungspartner – wie Vereine oder andere Organisationen – aktiv an der Gestaltung der Ganztagsbildung mitwirken sollen. Dies gilt sowohl für die Betreuungszeiten, die vom Land finanziert werden, als auch für Angebote der Kommunen, die durch die Städte und Gemeinden oder durch Elternbeiträge finanziert werden. Durch den mit dem Schuljahr 2026/2027 in Kraft tretenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen (beginnend mit Klasse 1) ist zudem von einem erheblichen schrittweisen Ausbau der Betreuungs- und Bildungsangebote auszugehen.

Für die Zusammenarbeit von Ganztagsschulen und außerschulischen Bildungspartnern sind dabei folgende fünf Grundsätze/Zielsetzungen von Bedeutung:

Ganztagsbildung braucht Qualität.

Die Hauptverantwortlichen für ein Angebot müssen eine adäquate Qualifikation mitbringen, mindestens eine niederschwellige Einstiegsqualifikation für nicht pädagogisch vorgebildetes Personal (z.B. für Sportangebote das Zertifikat „Bewegungscoach“) oder auch eine höherwertige Lizenz (z.B. die C-Lizenz für Übungsleitende für Kinder und Jugendlich). 

Qualitativ hochwertige Angebote können aber nur dann sichergestellt werden, wenn in den Kosten bzw. bei der Vergütung auch Zeiten der Vor- und Nachbereitung sowie der Aufwand für die Vernetzung und Kommunikation mit anderen Akteuren (Schulen, Lehrkräften, Schulträgern, etc.) berücksichtigt werden.

Ganztagsbildung braucht Vielfalt.

Durch den Kontakt im Ganztag zu ganz unterschiedlichen Bezugs-/Betreuungspersonen und verschiedenen Themenfeldern lernen die Schülerinnen und Schüler die Vielfalt ihrer Umwelt/lokalen Umgebung kennen. Über die Bezugspersonen der außerschulischen Bildungspartner erfolgt zudem eine aktive Vernetzung in die wichtigen Angebote der Jugendbildung außerhalb des schulischen Rahmens (z. B. Ferienfreizeiten oder Vereinssport). Organisatorisch sind die eingesetzten Personen beim außerschulischen Partner angestellt. Eine ergänzende Beteiligung von Ehrenamtlichen ist wünschenswert, die zuvor unter „Ganztagsbildung braucht Qualität“ erwähnte Hauptamtlichkeit muss aber die Grundlage bilden. Vielfalt wird darüber hinaus erfahrbar gemacht, in dem die außerschulischen Partner je nach Möglichkeiten eigene Räumlichkeiten, Materialien und Netzwerke in die Kooperation mit der Ganztagsschule einbringen.

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Ganztagsbildung braucht Verlässlichkeit.

Insbesondere vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen ist die Verlässlichkeit der Angebote von großer Bedeutung. Auf Seiten der außerschulischen Bildungspartner wird den Schulen Verlässlichkeit mittels klarer hauptamtlicher Ansprechpersonen gewährleistet. Die außerschulischen Partner wiederum benötigen Verlässlichkeit hinsichtlich der Finanzierungszusagen. Denn nur auf der Grundlage mehrjähriger Finanzierungsverträge kann hauptamtliches Personal angestellt werden. Eine Dynamisierung der Vergütung an den Bildungspartner entsprechend der Lohnentwicklung ist zu empfehlen.

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Ganztagsbildung braucht Koordination.

Neben einer höheren Zahl von Entlastungsstunden für die Schulleitung bedarf es eigener Mittel für Koordinationsaufgaben, die durch Schulträger oder außerschulische Partner übernommen werden können. Zur Kostendeckung des Kooperationsaufwands ist eine Kalkulation von 10% der Sätze zu empfehlen.

Ganztagsbildung braucht Vertrauen.

Das vorliegende Modell beschreibt einen Rahmen, der durch die Akteure vor Ort gefüllt werden kann. Dies setzt die Bereitschaft voraus, gemeinsam ein Modell zu entwickeln, das für Schule und außerschulische Partner attraktiv ist und von dem vor allem diejenigen profitieren, die im Zentrum aller Überlegungen stehen: die Kinder und Jugendlichen.

 

Materialien

Hier stehen Ihnen demnächst ergänzende Materialien und weiterführende Dokumente zum Thema zur Verfügung. Wir haben relevante Informationen, Leitfäden und Arbeitshilfen zusammengestellt, um Sie bei der Vertiefung der Inhalte zu unterstützen.
Fachliche Leitfäden: Detaillierte Ausarbeitungen und Hintergrundinformationen
Praktische Arbeitshilfen:
Checkliste
Vorlage zur direkten Anwendung
Informationsbroschüre: Zusammenfassung der wichtigsten Eckpunkte